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Donnerstag, 1. Februar 2018

Lyrische Betrachtung V - Auf den ersten Blick

Sag mir, Herz, wieso du rennst,
was ist bloß dein Ziel?
Sag mir doch, wofür du brennst,
was ist los mit dir?

Und du, Magen, sag warum
fühlst du dich so flau?
Und du, Mund, du bist so stumm,
bist du sonst nicht laut?

Die Dinge, Kopf, die du da denkst,
haben keinen Sinn!
Die Blicke, die du suchend lenkst;
da schaut man doch nicht hin!

Hört nur, Ohren, dieses Wort!
Solch ein schöner Klang:
"Ich habe Zeit und du den Ort,
treffen wir uns dann?"

Los jetzt! Kopf bloß konzentrieren!
Mund sag ja! Blick ins Gesicht!
Magen, du musst dich beruhigen
und Herz - ach, du hörst eh niemals auf mich.

01.02.2018

Mittwoch, 20. September 2017

Nicht zu tassen!

Es fing klein an, auch ich war klein,
ich sah in meinen Becher rein.
Der war aus Plastik, völlig lahm
und ich rief laut: "Will Porzellan!"

Die Alten waren ganz verzückt,
erinnerten sich schnell zurück,
ja, damals gab es schöne Werke,
Tassen, Teller, Gartenzwerge.

Dann ging es los, ich war so stolz,
ich und mein Tässchen, nicht mein Holz.
Heut trifft es mich mit voller Wucht,
das war der Start der Tassensucht.

So ruf ich, ob der Tassenmassen:
"Nicht zu fassen, ich hab Tassen!"
Nicht eine, nein, weit mehr als Zwei,
wohl mehr so um die Hundertdrei.

Jetzt lebe ich in einem Zelt
und bin zufrieden mit der Welt.
Ich hab zwar eine Wohnung, ja,
doch die ist nur für Tassen da.

Und willst du auch dem Charme erliegen,
hoch im Tassenhimmel fliegen,
den Keramikrausch versuchen,
komm mich doch einfach mal besuchen!


[Danke an J.H. für die Inspiration :P]

20.09.2017

Montag, 18. September 2017

Die Lindenballade

In der Rinde einer Linde lebte einst ein Lindenrindenwurm.
Aus der Rinde dieser Linde baute man nen Lindenrindenturm.

Und starb der Lindenrindenwurm noch nicht im Lindenrindenturm,
so lebt der Lindenrindenwurm noch heut im Lindenrindenturm.


Gelinde gesagt ein recht rindenhaltiges Gedicht.
Und wer drüber lacht, hat ein recht grinsenfaltiges Gesicht.

Welch Poesie!


[Das ist im Gespräch mit meiner Mutter entstanden, als wir zusammen eine längere Zugfahrt bewältigen mussten :P]

12.03.2017

Recycling [für das HPImgzn]

Manche Dinge, die zu eigen,
wir uns machen im Affekt,
werden dann recht schnell und leise
irgendwo verstaut, versteckt.

Sei es in den Weihnachtszeiten
oder auch mal einfach so,
selten währt die Freude länger,
doch man fragt sich später wo

dieses Ding, das man begehrte,
denn nun rumliegt und verstaubt,
hat man doch im Rausch des Kaufes
noch an dessen Sinn geglaubt.

Und so wird, nach langen Jahren,
das ist wahr und doch verrückt,
"fast wie neu" die alte Ware
eines Ebaykäufers Glück.

02.12.2016

Samstag, 16. September 2017

Die kleine Maus

"Im Kuchen liegt der Sinn zu leben",
dachte sich die kleine Maus
und guckte sich als Jagdgebiet
das nächstgelegne Freibad aus.

Schon auf dem Wege wurd ihr klar,
der Plan kann nur gelingen,
denn vieles, was der Mensch wegwarf,
konnt' sie noch gut verschlingen.

So fand sie nämlich ziemlich schnell,
an Eimern, Tonnen, Ecken,
die Plätze, wo der Mensch sich dacht',
dort könnt' man "Müll" verstecken.

Und kurz darauf, man sah es schon,
da war sie ziemlich voll,
sie dachte noch, vorfreudig froh:
"Das Freibad, das wird toll!"

Dann war sie auch schon dran am Tor
zu ihrem großen Glück,
es war ganz klar, ab diesem Punkt,
da führt kein Weg zurück.

Doch leider stellt sich schnell heraus,
und das war ihr nicht klar,
es führt kein Weg auch geradeaus,
wenn man gefräßig war.

So sah man sie, das letzte Mal,
dort unterm Tore stecken,
Und letztlich bleibt uns die Moral:
"Lass es dir nur in Maßen schmecken!"


[Als Vorgabe hatte ich hier die drei Worte Kuchen, Maus und Freibad]

März 2016

#studentlife [für das HPImgzn]

Montagfrüh, fast in der Nacht,
bist du vom Wecker aufgewacht.
Das ist für dich Unmenschlichkeit!
Spontan heißt's heute: Heimarbeit.

Selig schlummerst du bis Eins,
früh aufstehn, das war eh nie deins.
Doch langsam gehn die Augen auf
und blicken auf den Wecker drauf:

Eins Drei Drei Null und dir wird klar,
dass heut ein guter Morgen war.
Du schaffst es schnell dich anzuziehn,
dann Marlboro und Koffein.

Blick auf die Uhr, du hast noch Zeit
es ist erst Drei, die Nacht noch weit.
Jetzt erstmal Penny, Kühlschrank leer,
das geht so nicht, denn Bier muss her!

Jetzt ist es Fünf, du hast gekauft,
was du halt so zum Leben brauchst.
Um Sechs dann Abendessenszeit:
Topf, Wasser, Nudeln stehn bereit.

Nach wahrhaft nahrhaft Abendmahl,
fühlst du dich fast mensavital.
So frisch und munter bist du froh,
dann fragst du dich "Was stinkt hier so?"

Also duschen, Neunzehn Uhr,
die Zeit verfliegt, wo war sie nur?
Halb Acht, schnell in den Spiegel sehn,
dann Leute treffen, feiern gehn.

Um Zehn in deinem Lieblingsdress,
mit Lieblingsdrink im Uni-Stress.
Man fragt den andren wie's so läuft,
und schaut wer heut am meisten säuft.

Der Smalltalk wird schnell zu banal,
du fühlst dich nicht mehr sehr vital
und murmelst "Tschö" und gehst nach haus,
um Zwölf klingt dann dein Tag schon aus.

Du schläfst dann ein und es ist Eins,
früh schlafen, das war eh nie deins.
Jetzt lässt du die Gedanken schweben:
Hart ist das Studentenleben!

Irgendwann 2015

Donnerstag, 25. September 2014

Der feine Unterschied

Die kleine Maus war wohl recht müd
und legte sich darnieder,
jetzt streckt sie stumm und unbemüht,
vier von sich, alle Glieder.

Doch wäre sie ein Mäuserich,
(das kann man heute wählen!)
so wären an dem Körper dran
fünf Glieder wohl zu zählen.

24.09.2014

Samstag, 13. September 2014

Sprachmeisterschaft

Der Dichter, der Denker und auch der Prophet,
sie alle sind Meister der Sprache.
Von hinten beginnend, ein wenig verdreht,
will ich nun erklären die Sache.

Der letzte er spricht und macht dich arm und frei,
so fängt er die Gläubigen sicher,
doch Lügen sind meistens recht plötzlich vorbei,
schon endet er nur als Landstricher.

An vorletzter Stelle und zweiter sodann
entsteht gern sehr vieles gedachtes,
doch wenn das Gedachte die Praxis nicht kann,
so wird daraus schnell nur verlachtes.

Der erste dagegen ist Künstler, er malt
mit Worten wie andrer mit Farben.
Zwar wird er recht selten noch dafür bezahlt,
doch kann er an Lyrik sich laben.

Moral des Gedichtes zum Schluss jetzt und hier:
Werd Dichter und dichte, empfehle ich dir.
Ein Meister des Wortes verschwendet doch Zeit,
wenn ihm nur prophetisch Gedachtes gedeiht.

12.09.2014

Samstag, 23. August 2014

Berlin

Ick kieck' mir um seh dir
und dit is knorke so,
denn dit is meene Stadt,
vom Spreepark bis zum Zoo.

Vom Görli bis zum Kotti,
bis hoch nach Wittenau,
dir kann nix zerstören,
nichma een Plattenbau.

Als ick dat erste ma
durch deine Straße jing,
da war ick vielleicht baff,
du bist een jeilet Ding!

Jut, es kann passieren
dat man ma dresche kriegt.
Doch dit jehört dazu,
weil jeda Schmerz verfliegt.

Meist bleibste beim Verbalen,
doch dat meenste jar nich so.
Oft reicht dann och als Antwort
een "Leck mir doch am Po!"

Am Tach und inna Nacht,
da biste meist janz grau,
doch dit is bei dir schön,
dat passt so janz jenau.

Und wär ick jez woanders,
dann wär ick lieba hier,
denn Berlin, tja weeßte,
ich glob' ick liebe dir.

29.05.2014

Ein schwäbischer Gruß ans Schicksal

Das Schicksal hat gesprochen
und darum soll's so sein.
Einigen gefällt das,
andere sagen Nein.

Zu ersteren gehört' auch ich,
hoffte auf den Sieg.
Doch was sich alsbald zeigte
war, dass der Sieg ausblieb.

So hab ich nun begonnen
mein Leben selbst zu leben.
Nicht wie der Hund am Herren,
am Schicksal dran zu kleben.

Es mag nun gerade diese
Einstellung Schicksal sein,
doch es lautet die Devise:
Ab jetzt lieber Nein.

Drum sag ich's, wie einst Goethe
und der war da recht barsch:
Schicksal bitte leck mich,
leck mich doch am Ar***!

18.05.2014

Gangsta-Rappa

Ich wache morgens auf, streif Schlafklamotten ab.
Kashmir fällt zu Boden, so wie Blumen in dein Grab./
Meine fetten Muskeln können alle girls jetzt sehen,
leider gibt es keine, die wirklich auf mich stehen./
Wo ich grad beim Stehen bin, ich geh erstmal ins Bad.
Gut, dass bei mir zu Hause jedes Bad einen Schlüssel hat./
Irgendwann bin ich dann fertig und dann geht der Tag schon los.
Meine Mama macht mir Frühstück, doch eigentlich bin ich schon groß./
Nachem Essen Zähneputzen, das ist ja mal klar.
Auf meiner Bürste fett in gold das Zeichen vom Dollar./
Nun geh ich draußen vor die Tür, jetzt kann thuglife beginnen.
Ne, erst muss ich nochmal rein, mein Schlüssel liegt noch drinnen./
Endlich alles zusammengepackt, meine Mama lässt mich gehen. Ich geb ihr noch ein Küsschen, stehe dazu auf den Zehen./
Draußen durch den Vorgarten, der ist perfekt gepflegt.
Weil mein Papi den viel lieber als mich hegt./
Auf der Straße warten schon alle meine Bros.
Zusammen sind wir locker 1 Meter 80 groß!/
Bei einem Kollegen zu Hause, da rappen wir voll krass.
Kollege hat Anlage mit voll dem fetten Bass./
Um 18 Uhr da ruft mich meine Mama an.
Ich sage den Kollegen, dass ich nich länger kann./
Zu Hause gibt's jetzt essen, mir knurrt auch schon der Magen.
In der Einfahrt steht ein Duster, von mein Papa der Wagen!/
Schnell wird es dann auch spät, so acht Uhr ungefähr.
Ich muss jetzt ab ins Bett, rein ins Kashmir, Yeah!/
Meine Mama sagt mir noch einmal 'Gute Nacht',
und dann wird für mich das Licht ausgemacht./
Wieder ist ein Tag in meinem Leben vorbei,
und jetzt sag nochmal einer, dass Gangsta-Rap leicht sei.

17.05.2014