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Mittwoch, 26. Juni 2019

Weich wie Stahlbeton

Schwache Küsse in der Dunkelheit getauscht
Dunkle Küsse in Momenten der Schwäche
trotz Momenten der Schwäche

Du warst so weich wie Stahlbeton
und in deinen Armen lag das Glück
und ich war das Glück

Weißt du woraus die Flügel von Engeln sind?
Woraus bestehen die Zähne des Teufels?
Ist das was da brennt sein Biss
oder nur dein Blick?
Oder nur mein Blick gebrochen an deinem
zerbrochenen Herzen

Die Flügel von Engeln
sind weich
wie Stahlbeton

Mein Herz war schwer
wie die Flügel von Engeln

Ein Leben

26.06.2019

Dienstag, 7. Mai 2019

tage von einst

weißt du noch damals
als du verlernt hast zu lachen
als wir über die schwarzen steine
hin zur sonne liefen
mit sand in den augen und wasser im mund

hast du vergessen
wie die sterne uns folgten
als unsere blicke sich kreuzten
wie zwei klingen im kampf
und ein herz und eine seele zerteilten

kannst du dich erinnern
an die tage ohne nächte
in denen wir den glauben fanden
den ich später verlor

ich höre im spiegel
noch leise die geister
und sehe in liedern
die tage von einst

07.05.2019

Donnerstag, 4. April 2019

Jagd

Hörst du, wie sie klatschen?
Ein prasselnder Applaus.
Warum die gute Stimmung?
Ein Jubel und Gebrüll.

Wer ist es den sie feiern?
Niemand den du kennst.
Hörst du das laute Prasseln,
wenn du im Regen rennst?

Wohin scheucht dich das Brüllen?
Immer weiter fort.
Welche Lücken willst du füllen?
Dein Ort ist jeder Ort.

Das Ende stellt die Fragen,
jede Antwort bist du selbst.
Das Brüllen wird dich jagen,
solang du dich verstellst.

04.04.2019

Samstag, 30. März 2019

broken words

black holes spinning
through my mind

black birds singing
'til they die

mumble, stumble,
fall and cry

humble question
tell me why

why is darkness everything I see
is there something that I'm missing

what does darkness even mean to me
will I ever be the one who's kissing

who's kissing the lips of the broken words

30.03.2019

Sonntag, 17. März 2019

Other paths

Where stars once were
she asked for light
but nothing was the answer

Where once a fire lit the night
the coldness made her numb

She looked for all the tiny shards
where once her heart was beating
but what she found were many hearts
herself she was deceiving

For when a human breaks apart
when suddenly life shatters
it's hard to see the other paths
but they're what really matters.

17.03.2019

Samstag, 26. Januar 2019

gold

du stehst am ende eines regenbogens
in einem leeren topf
und nennst mich einen träumer
während die sonne aufgeht
und ihr goldenes licht
unsere flügel verbrennt

26.01.2019

zucker

du bist aus zucker
wenn es regnet
löst du dich auf
wie die dunklen wolken

26.01.2019

Mittwoch, 2. Januar 2019

Fassade

die welt ist grau
und bunt angemalt

Fassade aus stein
Fassade aus papier
und rissen

was ist dahinter
was ist es
flüchtig, nicht greifbar
und doch so schwer

Leere

01.01.2019

Donnerstag, 22. November 2018

kein wort

es gibt kein wort dafür nichts zu fühlen

fröhlich glücklich euphorie
wütend traurig aggression
ohne zu wissen warum

dann nur noch grau

zwischen lustvoll und lustlos
wird das gefühlsleere herz erdrückt

sehnsucht nach lindernder nähe
angst vor dem verlust
liebe, hass, gleichgültigkeit

grau
allein

wir sind krank
denn es gibt kein wort dafür
nichts zu fühlen

22.11.2018

Sonntag, 18. November 2018

Auf Wiedersehen

Für mich warst du immer
alt
selbst als du noch jünger warst
und ich sehr jung

Doch du wirktest immer
jünger
als ich dachte dass du seist
und dafür haben dich meine Kinderaugen bewundert

Und auch viele andere
bewunderten dich
als du noch jung und später etwas älter
aber eben nie wirklich alt warst

Und dann noch etwas später warst du plötzlich allein
doch du blühtest auf und
ich war älter
und wir konnten reden

Und das bleibt

Mit der Zeit wurden auch alle anderen
immer älter
und irgendwann gingen sie
nach und nach

Doch du bliebst

Aber mit ihnen schienen deine
Erinnerungen
ebenfalls zu gehen

Manchmal anstrengend
meist gar nicht so schlimm
vor allem wenn wir trotzdem
lachen konnten

Dann gingen deine Gedanken
immer verschlungenere Wege
und du folgtest ihnen
wurdest müde

Du brauchtest eine Pause
und schliefst ein

Und wie es typisch für dich war
hast du am Ende vergessen
Lebewohl zu sagen

Doch irgendwann
sehen wir uns wieder
und erinnern uns
an die Zeit davor

Auf Wiedersehen

18.11.2018

Freitag, 16. November 2018

Lady Melancholie

Zwischen Seiten alter Bücher
spürt man ihre Tränen.
Zwischen Tönen alter Lieder
hörst du ihre Stille.

Im Knisterschein des Lagerfeuers
siehst du ihr Gesicht,
das die Dunkelheit zwischen euch
mit Dunkelheit erfüllt.

Lady Melancholie
trägt ein bittersüßes Kleid,
ihre Augen sprühen Feuer,
ihre Hände trinken Zeit.

Lady Melancholie
fordert dich zum Tanz heraus,
umzingelt lächelnd deine Sinne,
hält dein Herz mit sanfter Faust.

Im Abendlicht von Sommernächten
spiegelt sich ihr Lachen.
Im kalten Hauch von Wintertagen
streift dich weich ihr Kuss.

Zwischen all den Augenpaaren
hörst du ihren Schatten,
der für dich zur Decke wird,
wenn Müdigkeit dich quält.

Lady Melancholie
ist das bittersüße Leid,
ihre Augen sind das Feuer,
ihre Hände sind die Zeit.

Lady Melancholie
fordert dich zum Tanz heraus,
doch am Ende hälst du selbst
dein armes Herz in deiner Faust.

16.11.2018

Samstag, 22. September 2018

Zukunft

Hörst du nachts die Krähen singen
dort hoch oben tief im Meer?
Wo sie über Klingen springen
und wir an der Turmuhr hingen
bis fünf nach zehn vor zwölf.

Siehst du noch den gelben Schatten,
wie er schmetternd leise schwebt?
Über alten, nassen Ratten,
die wie wir ein Leben hatten,
das ungesehn verging.

Spürst auch du das kalte Stechen
aller großen Emotion?
Zwischen Hals- und Beinebrechen
kann die Seele kaum noch sprechen,
singend mit gekrächztem Ton.

Doch nun, mein Herz, sieh in den Tagen
nur das Beste, kein Versagen!
Blick voran und sei nie still,
komme, was da kommen will!

22.09.2018

Dienstag, 14. August 2018

Mittelmeer

Dunkel strahlen gelbe Flügel
über den Saphirgebirgen,
hell erklingen tosend Tränen
aus den Kehlen, die da würgen.

Menschenkrallen halten Westen,
die orange nach Hilfe schreien,
Wogen weben einen Teppich
aus den schrecklich stummen Reihen.

Rot zu Schwarz gefärbte Fluten
zeichnen Bilder in steril.
Zahlen, Zahlen, Zahlen, Zahlen,
immer mehr und nie zu viel.

Kälte weht von gelben Sternen
bis hinunter tief ins Tal.
Ein Privileg erhellt den Morgen
und im Schatten schweigt die Qual.


14.08.2018

Mittwoch, 8. August 2018

Immer wieder

Du schreibst deine Blogbeiträge,
ein Gedicht und deine Lieder,
doch am Ende kümmert's keinen,
doch du tust es immer wieder.

Denn der Tellerrand des einen
dient den andren als Buffet
und die haben selbst noch Teller,
deren Ränder sie nicht sehn.

Doch dann gibt es auch noch jene,
die die Ränder mitgestalten.
Allzu oft sind ihre Ziele
nur die Grenzen zu erhalten:

"Sperrt die Menschen auf die Teller,
wo dann keiner Schüsseln kennt!
Niemand wird nach Suppe fragen,
die ihm bloß die Hand verbrennt."

Doch die Menschen können lesen,
können sprechen, singen Lieder.
Jemand muss die Texte schreiben,
also tu es - immer wieder!

08.08.2018

Mittwoch, 1. August 2018

Nebel

Dumpf nur dringt dein Ton zu mir
durch Nebelwandfassaden.
Sag mal, bin ich richtig hier?
Treib ich zu den Gestaden?

Sieh nur dort! Ein Stern verglüht
im Sonnenschmiedefeuer.
Die Blüte, die vor mir erblüht,
gleicht einem Ungeheuer.

Und schließlich lichten sich die Worte
und ein neuer Tag beschließt,
sich zu erheben vor der Pforte,
die mich fast ins Unglück lockte,
wo der Nachtschwarzefeu sprießt.

01.08.2018

Samstag, 28. Juli 2018

Die Stimme eines Traums

Neulich fand ich einen Traum.
Geschunden lag er im Schatten
der Sehnsucht vieler Jahre.

Verängstigt war er, der Traum.
Zitternd und schwach seine Stimme
und sie bat um den Tod.

Wir führten lange Gespräche, der Traum und ich.
Und all das, was er sagte,
kam mir seltsam vertraut vor.

Schließlich folgte er mir nach Hause.
Er blieb eine Weile bei mir
und zog dann weiter Richtung Hoffnung.

Manchmal meine ich,
im Sonnenaufgang
seine Stimme zu sehen.


28.07.2018

Mittwoch, 18. Juli 2018

Im Garten steht ein Wolf

Im Garten steht ein Wolf
    Hast du meinen Schlüssel gesehen?
Oh, jetzt haben sie ihn erschossen
    Alles gut! Er steckte noch in der Tür.
Im Garten steht ein Afrikaner
    Sag mal, wo hast du denn das Bier hingestellt?
Oh, er ist im Teich ertrunken
    Alles gut! War im Kühlschrank.
Im Garten liegen zwei Leichen
    Wir müssen los. Bist du fertig?
Oh, jetzt ist Gras drüber gewachsen
    Ich freu mich schon auf die Party!

18.07.2018

Freitag, 29. Juni 2018

Dreams

He screams "I don't need anyone"
into a microphone,
but with no band to back him up
his scream just sounds alone.

And yes, it's too familiar.
It might drive me insane.
But maybe in the end there is
just me still here to blame.

I find it kinda scary.
I'm just a boy named Sue.
The dreams in which I'm falling
feel more real than life could do.

And one day it is over.
When everything is done
nothing's left to care of.
I don't need anyone.

18.06.2018

Montag, 28. Mai 2018

Lyrische Betrachtung VI - Stille

Kennst du die Stimme der Stille?

herz
schlägt zu
atem
stockt auf

zuckerschwarzes flüstern
verklebt sekunden
zu jahren

aus jahren
entstehen sekunden
langes rauschen erfüllt

räume
zwischen sternen
wo nicht
nichts ist

Kennst du die Stimme der Stille?

28.05.2018

Montag, 23. April 2018

Wenn die Rollläden geschlossen sind

In der Nacht und tief im Wald
Ein Knarzen, ein Krachen
Ein Bersten, ein Brechen
Ein ohrenbetäubender Knall
Niemand hat es gehört

In der Nacht und tief im Wald
Nadeln kratzen an Nadeln
Äste fallen auf Äste
Ein Stamm, ein Baum, der liegt
Niemand hat es gesehen

Und doch ist es passiert

Ein Singen, ein Lachen
Ein Sprechen, ein Beten
Ein Weinen, ein Flehen
Niemand hat es gehört

Ein Grinsen, ein Lächeln
Ein Gedicht, ein Zittern
Eine Träne, ein Blick
Niemand hat es gesehen.

23.04.2018